Die Nachfrage nach Ökostrom ist im Jahr 2011 deutlich gestiegen. Kein Wunder, denn nach dem Erdbeben in Japan und den damit einhergehenden Unfällen in Atomkraftwerken, Stichwort Fukushima, ist der “Ottonormalverbraucher” verunsichert. Gleichzeitig wächst die Erkenntnis, dass es sinnvoll ist, von begrenzten Ressourcen wie Gas oder Öl abzukommen und auf gefährliche Technologien zu verzichten. Kernenergie? Nein danke! Ökostrom-Anbieter verzeichnen so viele Neukunden wie nie zuvor.

Ist Ökostrom gleich Ökostrom?

Klar, Ökostrom ist umweltfreundlicher, da er aus der Nutzung erneuerbarer Rohstoffe, bzw. natürlicher Vorgänge, gewonnen wird – Sonnen- und Erdwärme, Wind- und Wasserkraft. Ökostrom ist mittlerweile nicht mehr unbedingt teurer als “normaler” Strom, stammt aber nicht aus Atomkraftwerken. Oder doch? Schließlich ist nur Ökostrom gut fürs Klima, der tatsächlich aus erneuerbaren Energiequellen stammt. Ökostromanbieter müssen also in erster Linie das Vertrauen der Verbraucher, bzw. ihrer Kunden, stärken. Bei der Ökostrom-Zertifizierung ist ausschlaggebend, ob der Strom aus eindeutig identifizierbaren Quellen erneuerbarer Energien stammt und ob in diesem Zusammenhang deren Ausbau gefördert wird. So kann der Anteil von zirka 20 Prozent Ökostrom immer weiter erhöht werden – und damit die Abschaltung der Atomkraftwerke vorantreiben. TÜV-Experten überprüfen den gesamten Prozess von der Erzeugung des (vermeintlichen) Ökostroms bis zur Lieferung an den Endverbraucher. So kann der Kunde sofort erkennen, welcher Strom denn nun wirklich umweltfreundlich ist.

Anbieter-Vergleich lohnt sich

Zuallererst der wohl wichtigste Vorteil von Ökostrom: die Erzeugung ist im Vergleich zum herkömmlich produzierten Strom frei von Kohlendioxid und damit CO2-neutral. Die Nutzung regenerativer Energien tut also dem Klima gut, der Verbrauch fossiler Energieträger wie Kohle, Gas oder Öl wird reduziert, ebenso teure Importe von Erdöl. Wirtschaftlich gesehen gibt es noch einen Vorteil: Ökostrom schafft Arbeitsplätze. Sollen doch laut aktuellen Berechnungen bis zum Jahr 2020 insgesamt 500.000 Menschen in der Ökostrombranche ihr Brot verdienen. Zum Vergleich: In der Atombranche sind in Deutschland gerade mal 30.000 Menschen beschäftigt. Obwohl die Vorteile ganz klar überwiegen, der Vollständigkeit halber hier auch noch die Nachteile in punkto Ökostrom. Die Energiegewinnung aus Biomasse ist sehr teuer und langfristig gesehen kann sie nur durch Unterstützung anderer Energieträger umgesetzt werden. Hinzu kommt der Risikofaktor Wetter, zum Beispiel in Bezug auf Windkraft nach dem Motto “kein Wind, keine Stromgewinnung”. Auch die Problematik hinsichtlich der Speicherkapazität von Ökostrom bereitet Wissenschaftlern und Ingenieuren noch Kopfzerbrechen. Auf lange Sicht gesehen bringt Ökostrom aber nur Vorteile mit sich, da sind sich nicht nur Klimaexperten einig. Wer sich nun entschließt, auf Ökostrom umzusteigen, der kann das mittlerweile sehr leicht über das Internet regeln. Auf diversen Stromvergleichs-Webseiten kann man seinen individuellen Stromverbrauch eingeben und verschiedene Anbieter vergleichen – das lohnt sich in jedem Fall. Je nach Preis und Konditionen findet man recht schnell einen passenden Anbieter. Aber Vorsicht: Wird Vorkasse verlangt, sollte man tunlichst die Finger davon lassen.

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